Egli Gartenbau AG

  • Schwimmteich
  • Schwimmteich mit Wasserpflanzen bepflanzt
  • Sicht über den Holzrost auf den Schwimmteich
  • Schwimmteich mit Gartenzubehör
  • Schwimmteich mit angrenzender Mauer aus Sandstein
  • Schwimmteich mit Holzsteg und Trockenmauer
  • Schwimmteich mit gelben Natursteinplatten aus Jurakalk

Algen im Schwimmteich?

Definition von Algen

Unter Algen versteht man pflanzliche, einzellige Lebewesen, die sich im Wesentlichen von den Grundnährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kali, Magnesium und Kalk ernähren und die in der Lage sind, zu assimilieren, d.h. CO2 aus der Luft oder dem Wasser aufzunehmen und mittels Sonnenlicht und Wasser Kohlenhydrate aufzubauen (Photosynthese).

Warum Algen im Schwimmteich?

Wenn in der Folge im Zusammenhang mit Algenwachstum vor allem von Phosphor die Rede ist, dann weil das Orthophosphat als limitierender Nährstofffaktor gilt. Wenn also kein Phosphor vorhanden ist, dann findet auch kein Algenwachstum statt.

Das massierte Auftreten von Algen in Schwimmteichen und Biotopen gehört zum Unangenehmeren, was dem Teichbesitzer geschehen kann. Dabei muss man sich allerdings bewusst sein, dass Algen zum lebendigen Organismus Schwimmteich oder Weiher gehören. Sie gehen mit Pflanzen Symbiosen ein und können sich wie der Rasen von den Mineralien der Steine ernähren.

Es gibt hunderte von Algenarten, die auch Kolonien bilden können. Die wichtigsten sind unten beschrieben.

Algen, die zur Wassertrübung beitragen und im offenen Wasservolumen, dem sogenannten Plegial, vorkommen, leben einzeln, haben unterschiedliche Grössen und werden von Daphnien (Wasserflöhen) und anderen Tieren des Zooplanktons leicht gefressen.

Grünalgen im Schwimmteich

Grünalgen sind die verschiedengestaltigste Algengruppe. Zu den Grünalgen gehören auch die Fadenalgen, die hellgrüne Algenwatten bilden und in Weihern mitunter dominant werden. Gallertartig treten beispielsweise Spirogyra (eine Schraubenalge), Plantosphaeria oder Sphaerocystis auf und können so von den Daphnien nicht gefressen werden.

Viele der Grünalgen leben einzeln und können sich mit Hilfe von sogenannten Geisseln im Wasser bewegen. Zumeist befinden sich an der hellen Spitze zwei haardünne Fäden. Etliche Arten dieser Gruppe leben einzellig, andere bilden Kolonien, z.B. besteht die Pandorina morum aus 16 Zellen, die alle zwei Geisseln tragen. Die Kugelalge (Volvox aureus) besteht aus bis zu 2000 Zellen. In diese Gruppe gehören auch die Zieralgen, die als Einzeller wunderschöne Formen wie Räder oder Sterne bilden. Die Radalge ist ein typischer Vertreter der Moorgewässer.

Die Grünalgen sind hauptsächlich dafür verantwortlich, dass sich Gewässer grün färben können. Allerdings werden sie von den Daphnien gerne gefressen, was zur Folge hat, dass das Wasser wieder klar wird. Es stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Grünalgen und Zooplankton ein.

Ebenfalls sehr schön sind die Armleuchter-Algen, die auch auf sauberes Wasser hinweisen. Sie sind die grössten Süsswasseralgen und sehen aus wie kleine Schachtelhalme.

Blaualgen im Badeteich

Genaugenommen handelt es sich bei den Blaualgen nicht um Algen, sondern um Bakterien (sogenannte Cyanobakterien), die auf den ersten Blick eine ähnliche Erscheinung wie Algen haben und landläufig zu diesen gezählt werden. Blaualgen neigen dazu, bei starker Eutrophierung (= hoher Nährstoffgehalt) massive "Oberflächenblüten" oder Algenblüten zu bilden.
Klassische "Problemalgen" sind die Stickstoff-Fixierer Anabaena und Aphanizomenon sowie die nicht stickstofffixierenden Gattungen Microcystis und Planktothrix.

Rot- und Braunalgen im Schwimmteich

Diese Algen sitzen fest am Grund und bilden bis zu 100 m lange Fäden. Sie kommen hauptsächlich im Salzwasser vor. Rotalgen haben zudem die Fähigkeit, Kalk abzuscheiden und so ganze Gebirge entstehen zu lassen. Zu den Braunalgen gehören beispielsweise auch die grossen Tange.

Kieselalgen im Badeteich

Kieselalgen sind braun gefärbt und von einer harten, mineralischen Schale umgeben. Manche leben im Plankton, andere kriechen am Boden von Gewässern. Sie sind für die Badeteiche nicht von Belang.

Augentierchen im Schwimmteich

Bei diesen Tierchen handelt es sich nicht um eigentliche Tiere, sondern um einzellige Pflanzen, die sich nur in seltenen Fällen zu Gruppen zusammenfinden. Sie bilden ein oder zwei Geisseln und dort, wo diese entspringen, weisen sie einen Augenfleck auf. Diese Algengruppe der Euglenophyten lebt zumeist im Süsswasser und zwar in nährstoffreichen, stehenden Gewässern. Die Algen können runde oder längliche Formen aufweisen und sind von Auge erst zu erkennen, wenn sie massiert auftreten, was dann ein Zeichen für nährstoffreiches Wasser ist.

Diese Algen haben aber doch auch tierische Eigenschaften: Die Augentierchen ernähren sich auch von Algen, Bakterien und Pilzen. Daneben sind sie zur Photosynthese fähig.

Matten fädiger Algen wie beispielsweise die Mougeotia sind im Gegensatz zu massierten Euglenophyten ein Zeichen von nährstoffarmem Wasser, denn diese Alge holt sich dann die Nahrung aus dem Besetzungsmaterial (Steine, Teichsäcke, Schlamm).

Räuber-Beute-Zyklen zwischen Daphnien und fressbarem Phytoplankton dauern meistens ca. 30-50 Tage. Je nach Gestein im Wasser entstehen unterschiedliche Algen. Aus Granitsteinen entwickeln sich in unserem kalkhaltigen Wasser sehr wenig Algen, aus den Grauwacken (Hartsandstein) scheinen sich jedoch mehr Algen zu entwickeln als aus Kalksteinen. Demnächst anlaufende Versuche sollen genauere Resultate hervorbringen.

Algenbekämpfung im Schwimmteich

Wie oben dargestellt sind Algen nicht gleich Algen. Wir müssen zunächst festlegen, welche Algen wir als störend empfinden. Grundsätzlich gehören dazu wohl alle Arten, die vor allem im offenen Wasserbereich (Schwimmbereich) zur Wassertrübung beitragen oder schleimige, quellende oder klumpenbildende Systeme bilden, in grossen, unappetitlichen Mengen auftreten oder gar unangenehm riechen. Sogenannte Fadenalgen, die sich im bepflanzten Bereich als lockere Bällchen oder Geflechte um die Stengel winden, können kaum als störend empfunden werden und gehören als integrierter Bestandteil zum Gewässer. Wer diese in seinem Badeteich oder Weiher nicht tolerieren will, ist mit einem Schwimmteich sicherlich falsch beraten. Diesen Personen raten wir zu einem chemisch gereinigten, konventionellen Pool.

Massiertes Auftreten von Algen hat meist folgende Ursachen:

Eintrag von Nährstoffen (vor allem Phosphor) über:
  • Niederschläge
  • Hangwasser
  • unvorsichtigen Umgang mit Dünger in der Umgebung des Schwimmteichs (z.B. in der Landwirtschaft oder im Garten, wobei durch Wind Nährstoffe oft über viele Meter verblasen werden können)
  • Einlauf von Regenwasser
  • Kot von Wasservögeln (eine Ente scheidet im Tag quantitativ und absolut soviel Kot aus wie ein Mensch)
  • Aufwirbelung des Teichschlammes, hervorgerufen durch Badetätigkeit oder Wasserwalzen sowie starke Temperaturschwankungen und Wetterkapriolen
  • Absenkung des pH-Werts und dadurch Freisetzung von Phosphor aus dem Teichschlamm
  • Einbringen von zu nährstoffhaltigen Materialien wie dem Pflanzensubstrat (Erden, Mineralstoffe, Lehme, Tone etc.) während der Bauphase
  • Fehlen von algenfressendem Zooplankton wie Daphnien
  • Einfüllen oder Nachfüllen mit Leitungswasser, das zuvor Ionentauscher oder Enthärtungsanlagen passiert hat, die möglicherweise mangelhaft eingestellt sind oder aber in ihrem Verfahren Phosphor freisetzen.
Ein dauerhaftes Eliminieren der lästigen Algen setzt die Ermittlung der Ursache und deren Behebung voraus. Wasserproben und deren Analysewerte allein können zwar gewisse Aufschlüsse geben und sind erforderlich, jedoch müssen auch die Nährstoffgehalte der bepflanzten Zone gemessen werden. Doch die beiden Analysen genügen immer noch nicht, um eine vollständige Auskunft über den Gesamtnährstoffgehalt des Systems zu erhalten. Denn beachtliche Mengen sind im Teichschlamm und an die dort lebenden Organismen (Algen, Tiere, Bakterien und Wasserpflanzen) gebunden. So sind sie zwar für eine Weile gebunden, können jedoch beim Absterben wieder freigesetzt werden.

Möglichkeiten der Algenbekämpfung im Schwimmteich

  • Eliminieren der Ursache des Nährstoffeintrages
  • Gesamtnährstoffgehalt im System tief halten (vor allem Phosphor)
  • Algen abfischen und damit dem System Nährstoffe entziehen
  • Nur nährstoffarme Mineralien und Substrate verwenden
  • Nährstoffbelastete Substrate austauschen
  • Schlamm regelmässig absaugen oder durch Bodenablauf abfliessen lassen
  • Mineralische Nährstoffbinder einsetzen
  • Einsatz von Ultraschall-Lampen, ev. in Kombination mit sanften Desinfektionsmitteln
  • Nährstoffbinder in Form von Bakterienkulturen (z.B. Dr. Roths Teichklar)
  • PCO-Fadenalgenvernichter (die Struktur der Algen wird durch Redoxprozesse zerstört; dies gilt jedoch nicht für alle Algen)
  • Algizide, Kupfersulvate, Kaliumpermanganat, diverse Chlorverbindungen
  • UV-Licht
  • In stark bewachsenen Bereichen (Beschattung) entwickeln sich weniger Algen
  • Algenfressende Fische, z.B. Elritzen oder Moderlieschen, welche die teppichbildenden Algen abweiden
Alle diese und weitere Methoden können kombiniert werden. Keine davon ist jedoch ein Allheilmittel – ein solches existiert nicht.
Wir möchten nochmals betonen, dass eine dauerhafte Lösung nur dann erzielt werden kann, wenn eine Gesamtanalyse erstellt wird. Mit der Analyse sollte es gelingen den Nährstoffgehalt (Phosphor) im Gesamtsystem nachhaltig zu verringern und zu minimieren. Im Weiteren ist ein funktionierendes Ökosystem, dass sich im gut konzipierten Weiherkomplex einstellen kann, Voraussetzung für ein Minimum an Algenwachstum. Wie bereits erwähnt: Ganz ohne Algen geht es nicht!